Ausstellungen Wien

Bruegel & Co: Albertina thematisiert Zeiten des Umbruchs

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Die Schau schafft dabei mit Künstlern wie Jacques de Gheyn II., Jan de Beer oder Hendrick Goltzius ein Panoptikum der stilistischen Vielfalt niederländischer Zeichnungen des 16. Jahrhunderts - wobei das Œuvre Pieter Bruegels des Älteren gleichsam den Nukleus des Reigens darstellt. "Bruegel steht ganz exemplarisch für eine Reihe von Künstlern des 16. Jahrhunderts", umriss bei der Präsentation am Dienstag Kuratorin Laura Ritter das Konzept.

So besitzt die Albertina mit sechs Arbeiten zehn Prozent des erhaltenen Zeichnungsbestandes des Meisters. Entsprechend stellen dessen Schöpfungen wie die Metapher "Die großen Fische fressen die kleinen" oder die Parabel auf die Kunstproduktion, "Maler und Käufer", die Hauptattraktionen der Ausstellung dar. Gerade letzteres Werk sei symbolisch von unschätzbarem Wert, referenzierte Albertina-Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder auf "die Doppelnatur des Kunstwerks, auf der einen Seite autonom und auf der anderen Seite käuflich zu erwerbende Ware zu sein".

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Die gezeigten Stücke sind thematisch gruppiert und verdeutlichen dabei die stilistische Vielfalt des Genres. Detailgenaue Porträtzeichnungen sind darunter ebenso subsumiert wie weite Landschaftsbilder, wimmelbildartige Metaphern im Stile Hieronymus Boschs oder Alltagsszenen. Allen gemeinsam ist dabei die harte Linie, die klaren Konturen und die meist monochrome Gestalt in begrenztem Format.

Zu verdanken sind diese reichen Albertina-Bestände, aus denen sich die Schau samt und sonders rekurriert, Albertina-Urvater Herzog Albert von Sachsen-Teschen, der als Statthalter in den Niederlanden rund 3.500 Werke erwarb. 20 der nun gezeigten 90 Werke sind dabei erstmals überhaupt in der Öffentlichkeit ausgestellt. "Es ist wahrlich eine Entdeckungsreise", verwies Ritter auf die Schwerstarbeit der Restaurierungswerkstätten. Bis 24. Mai können Kunstfreunde die Ergebnisse nun in der Albertina bewundern.