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Russkaja gaben Auflösung bekannt: "Ziel im Internet geworden"

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Der 3. Februar war eigentlich als Erscheinungstermin ihres neuen Albums "Turbo Polka Party" angesetzt. Doch am selben Tag überraschte die heimische Ska-Punk-Gruppe Russkaja mit dem offiziellen Aus ihrer Band nach fast zwei Jahrzehnten.

"Dies ist der traurigste Tag der Bandgeschichte nach 18 Jahre, aber der wütende Krieg in der Ukraine, den Russland am 24. Februar 2022 begonnen hat, macht es uns unmöglich, mit einem Image und Style weiterzumachen, die sich auf satirische Art und Weise der Soviet-Thematik und Sprache bedienen," so die Band via Social Media.

Hass im Netz: Russkaja lösen Band auf

Russkaja, die der breiten Öffentlichkeit auch als Willkommen-Österreich-Studioband bekannt sind, schrieben weiters: "Was vor dem 24. Februar 2022 noch lustige Satire in der Musik war, ist jetzt nur noch tragisch mit einem sehr bitteren Beigeschmack und die Bandmitglieder können nicht mehr auf die Bühne gehen ohne diese Tragik in jeder Note und jedem Wort zu spüren."

Zudem soll die Gruppe rund um Frontmann Georgij Makazaria aufgrund der Ukrainekrise mit Hass im Internet konfrontiert gewesen sein. "Russkaja ist auch ein Ziel im Internet geworden, jeden Tag Shitstorms und mit jedem Single-Release eine Flut von Hasskommentaren. Textzeilen werden falsch interpretiert und als pro-Russisch dargestellt. Die Band wird als Russische Terroristen hingestellt, obwohl wir das genaue Gegenteil davon sind und mit unserer multikulturellen Herkunft mit Mitgliedern aus Ukraine, Italien, Deutschland und Österreich maximal für Frieden, Diversität und Zusammenhalt stehen," so die Band weiters.

Das finale Album "Turbo Polka Party" (Napalm Records) solle nun ein "Abschiedgeschenk" für die Fans sein. Sowohl auf diesem als auch auf ihrer letzten Platte "No One Is Illegal" von 2019 hatten sich Russkaja in diversen Songs explizit mit politischen Botschaften gegen den Krieg sowie für die Einhaltung von Menschenrechten geäußert.

In der ORF-Show "Willkommen Österreich" soll es für die Band aber unter anderem Namen und ohne Anlehnungen an die russische Folklore weitergehen.