© Birgit Gufler

Theater

Das Cabinet des Doktor Caligari

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Musical von Toni Matheis und Raymund Huber (Komposition) und Wolfgang Sréter (Libretto).

In der Stadt geht ein Mörder um, der von seinen Verbrechen nichts weiß, denn er ist das willenlose Werkzeug seines Meisters: Dr. Caligari, Leiter einer Irrenanstalt, hat ihn – Cesare – durch Hypnose gefügig gemacht. Jane, ein junges Mädchen, träumt von der großen Liebe. Zwei junge Männer, Alan und Francis, buhlen um ihre Gunst. Auf dem Jahrmarkt lässt Caligari den hypnotisierten Cesare wahrsagen. „Bis zum Morgengrauen“, ist die erschreckende Antwort auf Alans Frage, wie lange er noch zu leben habe. Und tatsächlich, am nächsten Morgen ist er tot, erdolcht von Cesare, der den letzten Atemzug des Sterbenden in einem weißen Tütchen auffängt: Caligari braucht diese letzten Atemzüge wie ein Drogenabhängiger seinen Stoff. Am Ende scheint ihm die Luft auszugehen, doch der schon Totgeglaubte gibt sich noch lange nicht geschlagen. Die Welt ist ein vielstimmiges Irrenhaus und Dr. Caligari dessen wahnsinniger Dirigent.

Das Cabinet des Doktor Caligari thematisiert die Urängste des Menschen vor übernatürlichen finsteren Mächten, denen er hilflos ausgeliefert scheint. 100 Jahre alt ist der gleichnamige Stummfilm, mit dem Robert Wiene ein Meisterwerk des Expressionismus schuf und der dem Musical als Vorlage dient. Wolfgang Sréter spielt darin schaurig-schön und schwarzhumorig mit den Sehnsüchten der Menschen. Die Musik von Toni Matheis und Raymund Huber zitiert alle Genres, von Jahrmarktsmusik über Lateinamerikanisches bis hin zu melancholischen Balladen, erzeugt 1920er Jahre-Atmosphäre à la Kurt Weill und findet dennoch einen ganz eigenen schrägen Stil.