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© Ian Ehm/David Konecny

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Das Land liest: Krimi auf höchstem Niveau

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Zwei hochkarätige Autorinnen, die ihren Blick auf die Gesellschaft über das Krimigenre verhandeln.

In diesen Krimis ist einiges zu erfahren über die Welt, einmal über die österreichische Zwischenkriegszeit, deren Schatten lang sind, das andere Mal über die tschechische/tschechoslowakische Geschichte, welche die Gegenwart prägt.

Alex Beer, geboren in Bregenz, ist bekannt für die August-Emmerich-Reihe sowie für ihren zweiten Protagonisten Isaak Rubinstein. Im vierten Emmerich-Titel "Das schwarze Band" ermittelt der kriegsversehrte Kriminaler 1921 im hitzewellengebeutelten, weitgehend verelendeten Wien in einem politisch hochbrisanten Fall.

"Die Unterkunft bestand aus nur einem einzigen Raum, in dem alle Tätigkeiten verrichtet wurden: Kochen, Waschen, Wohnen, Schlafen. (...) 'Der Gestank kommt nicht von den Leichen. Das ist das Aroma der Armut'"
(Aus: Das schwarze Band, Limes 2020)

Iva Procházková wurde in der Tschechoslowakei geboren, emigrierte in den 1980ern nach Österreich, lebte danach in Deutschland und ist mittlerweile in Prag ansässig. Mit "Die Residentur" legt sie einen aktuellen, psychologisch ausgefeilten Titel über schmutzige Wahlkämpfe, Geheimdienstpraktiken, Korruption und Radikalisierung vor.

"Sie waren nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt. Jewgeni umklammerte den Insulinpen und stach Duba die kurze Nadel von hinten durch die Hose hindurch in den Oberschenkel. Duba gab einen kurzen hohen Ton von sich. Eher aus Verwunderung als aus Schmerz."
(Aus: Die Residentur, Braumüller 2020, aus dem Tschechischen von Mirko Kraetsch)

Moderation: Sylvia Treudl (Mitbegründerin & Obfrau des Literaturhauses NÖ, Autorin, Rezensentin)