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Kunstausstellung

Das neue Bauen: Sparsame Räume für die Zukunft

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09:00 - 18:00
Ringturm

Dem Thema Bauen und Wohnen kommt bei der Energiewende ebenso entscheidende Bedeutung zu wie bei der Umorientierung in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Rund 50 nationale und internationale herausragende Beispiele für verantwortungsvolles Bauen aus den Bereichen Neubau, Umbau bzw. Neunutzung und Sanierung sind ab morgen in der Ausstellung "Das neue Bauen: Sparsame Räume für die Zukunft" im Wiener Ringturm zu sehen.

Dabei geht es nicht nur um energiesparendes Bauen und um einen ebensolchen Betrieb. Auch die Abtragung eines Gebäudes und die schonende Wiederverwertung von Materialien soll künftig in die Überlegungen mit einbezogen werden. Gezeigt werden vorbildliche Passivhaus-Realisierungen (Bauwerke, die ohne Fremdenergiezufuhr behaglich zu betreiben sind) ebenso wie das vermehrt propagierte Plus-Energie-Haus (Bauten, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen). Durch energetische Sanierungen und die Errichtung von PV-Anlagen können auch Bestandsgebäude zu Plus-Energie-Gebäuden werden.

Freier Eintritt im Ringturm

"Zeigen, wie's gehen kann", ist das Ziel der bis 7. Juni bei freiem Eintritt zugänglichen Ausstellung. Zu sehen sind etwa Beispiele für energiesparendes Bauen mit Naturmaterialien und nachwachsenden Bau- oder Dämmstoffen, die auch als Materialbeispiele die Projektvorstellungen ergänzen: So kann man etwa Bio-Baumwolle als Dämmmaterial ebenso anschauen und angreifen wie eine Stampflehmwand, Hanfziegel, Terrazzo mit Recyclingplastik oder Strohwandsysteme.

Die Kuratoren wollen aber auch zeigen, dass verantwortungsbewusstes Bauen zu anspruchsvollen architektonischen Lösungen führt. Zu sehen ist etwa das prototypische Bürohochhaus der TU Wien, das seit 2014 als Plus-Plus-Energie-Bürohaus funktioniert. "Die Mehrinvestitionen haben sich dort schon nach acht Jahren amortisiert", betonte Heiduk und schwärmte auch von der Wohnhausanlage Wientalterrassen in der Käthe-Dorsch-Gasse: "Da ist es erstmals gelungen im Kostenrahmen des sozialen Wohnbaus Energieeffizienz zu erreichen. Der vermeintliche Mehraufwand ist keiner. Das ist die neue Benchmark im Sozialen Wohnbau."

Best Practice Beispiele

Zu sehen sind auch Best Practice Beispiele des Wiener Schulbauprogramms, eine als Lehmbau errichtete Werkhalle im Vorarlberger Schlins, Wohnhausanlagen, Bürobauten und ganze Stadtquartiere u.a. aus der Schweiz, Deutschland, Schweden, Norwegen und den Niederlanden. Und die 2017 als Plus-Plus-Energie-Gebäude errichtete Österreichische Botschaft in Bangkok zeigt, welche Lösungen sich durch Einbeziehung anderer Baukulturen und lokaler Materialien erzielen lassen.

In aktuellen Diskussionen gibt es die Forderung, aus Klimaschutzgründen in Europa nur mehr Bestandssanierung vorzunehmen und nichts mehr neu zu bauen. Hier seien generelle Aussagen nicht möglich, hieß es, denn jedes Bestandsgebäude müsse für sich und im Quartiersverband analysiert werden. Ernst Heiduk ließ jedoch klare Prioritäten erkennen: "Wir müssen gute neue Gebäude bauen, aber die Entscheidungen fallen in der Bestandssanierung. Wir wissen, wie es geht. Es gehört nur umgesetzt. Auch hier ist der richtige Weg, anhand von positiven Beispielen zu zeigen, was möglich ist und auch noch Vorteile bringt." Etwas, das die Ausstellung vorbildlich versucht.

10. April bis 7. Juni, Montag bis Freitag, 9-18 Uhr, an Feiertagen geschlossen, freier Eintritt.