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© Eckhart Derschmidt

Konzert

Lukas König

Showtimes

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23:00 - 23:59
Leokino
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Der international gefragte Drummer live on stage.

Messing als deutsches Nomen für ein Metall das Bestandteil von Schlagzeug-Becken ist. Messing ist die billigste Metalllegierung für Cymbals. Dadurch leicht verform- und biegbar. Messing als englisches Verb das einen chaotischen Umgang beschreibt.

Gar nicht chaotisch ist Lukas Königs hier vorliegende, beeindruckende Klangstudie. Der international gefragte Drummer konzentrierte sich nur auf ein einziges Becken (Messing-Blech) als Klangquelle, spielte damit herum (messing) und entdeckte dadurch klanglich neue Entfaltungsmöglichkeiten. Diese Reduktion der Mittel lässt sich laut König auf den Verlust seines Proberaums und zusätzlich akuten Platzmangel zurückzuführen, was auch mit seinem stetigen Pendeln zwischen New York und Wien zusammenhängt. Das Lager wurde zum leisen Proberaum umfunktioniert, wo er seine Fingerfertigkeit am Becken, sowie dessen klangliche Eigenheiten mittels Kontakt-Mikrofon und Kopfhörer erforschte und seine Technik dahingehend abgestimmt perfektionierte. Und diese Reduktion der Mittel trug Früchte.

Im Studio kamen in intensiver Zusammenarbeit mit dem Produzenten Nik Hummer verschiedenste Mikrofonierungs- und Verstärkungstechniken zum Einsatz, stellenweise wird der Metallklang durch Hummer’s Modularsynth ergänzt und gefiltert. König komponierte Tracks mit phasenweise komplexen doch stets treibenden rhythmischen Patterns, denen ihre Roh- sowie Direktheit eine einzigartige Ästhetik, einen ungemeinen Punch und auch einen speziellen akusmatischen Charme verleihen. Die Stücke changieren zwischen abstrakten Klangfeldern (Hot Springs) und eingängigeren, groove basierten Stücken. Dreimal lässt er diese von Vokalist*innen unterstützen, was vor allem den von Elvin Brandhi (track 2) und Coco Béchamel (track 7) gefeaturten Tracks einen Riot-charakter, sowie eine dezidiert politische Dimension verleiht. Beim Track 4 (Mr.Kiwi’s) wird der NYer Rapper Sensational gefeatured.

Messing von Lukas König ist eine mutige Ansage, die dem straighten Pop eine Absage erteilt und statt dessen durch den Drang nach künstlerischer Freiheit und dem Willen nach Veränderung glänzt. Stets klingt das Metall, das Messing hier durch, drischt phasenweise ungnädig auf uns ein, treibt an, klingt nach. Ein künstlerisch wertvolles und eigenständiges Werk eines der bemerkenswertesten Drummer dieser Tage. Im Clubkontext räumt König damit den Laden zweifelsfrei genauso auf, wie im bestuhlten Listening-Ambiente.