© Maria Hubinger

Kunstausstellung

Maria Hubinger - Witness to Change

Showtimes

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Öffnungszeiten:

Sommeröffnungszeiten: 
Ostern bis Oktober: Mo-Fr 13 bis 18 Uhr;
Sa, So und Ft 10 bis 18 Uhr

Winteröffnungszeiten: 
1. Nov. bis Palmsonntag: Sa, So, Ft 11 bis 18 Uhr
23. Dez. bis 31. Jan. geschlossen

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Eröffnungsabend

Begrüßung: Obmann Peter Heindl
Zur Eröffnung sprichtDI Werner Gamerith

Um Anmeldung mit Angabe Ihrer Kontaktdaten wird gebeten:
[email protected]

Die gezeigten Malereien und Objekte von Maria Hubinger veranschaulichen den Einfluss des Landschaftswandels im Kamptal auf die Biodiversität am Beispiel der Nachtfalter.

Fragilität, Vielschichtigkeit und Kostbarkeit des sich in ständigem Fließgleichgewicht befindlichen Zusammenspiels von Ökologie und Ökonomie, Biodiversität, Artensterben und Klimawandel sowie die Schönheit der Natur im Wandel der Zeit sind die Themenkreise, die in den Werkgruppen von Maria Hubinger im Fokus stehen. Mittels diverser künstlerischer Methoden und Medien (Zeichnung, Malerei, Collage, Fotografie, Objektkunst, Installation, Textil) werden in meist serieller Arbeitsweise Beziehungsgefüge, wie das Vergängliche und das Zeitlose, das Kleine und das Große, Innen und Außen, das Statische und der Wandel, sowie Vielfalt und Variabilität in Interaktionsnetzwerken und Beziehungsgeflechten der Biosphäre untersucht und das prekäre Verhältnis zwischen Zivilisation und Natur reflektiert.

Die in der Alten Schmiede in Schönberg gezeigten Serien von Malereien und Objekten sind Teil des Projekts WITNESS TO CHANGE, an welchem die Künstlerin gemeinsam mit dem Landschaftsökologen Thomas Zuna-Kratky seit 2015 arbeitet. Das Projekt erforscht aus künstlerischer und wissenschaftlicher Perspektive den Wandel der Landschaft im unteren Kamptal durch den anthropogenen Fortschritt im Zeitraum der letzten hundert Jahre und zeigt dessen Einfluss auf die Biodiversität am Beispiel der Schmetterlinge - einer Insektengruppe, welche aufgrund ihrer Metamorphose in allen Kulturen ein Symbol für Transformationsprozesse verkörpert.

Großformatige Darstellungen besonders ausdrucksstarker Nachtfalter des unteren Kamptals illustrieren die Diversität der weitgehend unbekannten und unbemerkten Spezies und veranschaulichen, wie sich die Artenzusammensetzung über ein Jahrhundert gewandelt hat. In farbigen Strichcodes wird die Farbenpracht der jeweiligen Falter mittels Dekonstruktion der Kolorierung der Flügelschuppenfelder ausgelotet. Die in ihrer Intensität abnehmenden Farbverläufe machen im Rhythmus ihres Erscheinens und Verschwindens die allem Existierenden innewohnende Flüchtigkeit spürbar. Darüber hinaus verweisen die abstrahierten Farbauszüge auf das DNA-Barcoding, ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung von Organismen anhand eines bestimmten Abschnittes aus dem Erbgut.

Malereien ausgewählter Arten vor dem ornamentalen Hintergrund ihrer Fraßpflanzen, sowie Objekte aus Holzschindeln, in denen das Dargestellte mit dem Bildgrund zu verschmelzen scheint, thematisieren die Verwobenheit der Lebewesen mit ihrem Lebensraum.

Die Fragilität der Falter und den ungeheuren Schwund, den das moderne Leben des Menschen für diese Tierarten darstellt, wird in der Serie Flügel – Schlag vor Augen geführt. Grundlage dieser Arbeit bilden die Flügel der vom Verkehr getöteten Weißfleckwidderchen, welche die Künstlerin am Straßenrand zwischen Stiefern und Altenhof aufgesammelt hat. Die Zartheit der Geschöpfe, ihre Schönheit und ihre vollkommene Abhängigkeit an für sie geeignete Lebensräume lenken die Aufmerksamkeit auf unsere eigene Zerbrechlichkeit, unsere zutiefst verleugnete Verbundenheit mit dem fragilen Ökosystem.