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© Alexandra Thompson

Theater

Nesterval – Der Rosa Winkel – Die Geschichte der Namenlosen

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Ein Abend, der unter die Haut geht: Das Stück setzt sich mit der systematischen Verfolgung und Ermordung homosexueller und trans Menschen in Wien während des Terrors des Nationalsozialismus auseinander.

Das Areal des Wiener Nordwestbahnhofs. Am 2. August 1938 wird in der Bahnhofshalle die antisemitische Hass-Ausstellung „Der ewige Jude“ eröffnet. Hetze, Denunziation, Zwangsarbeit, Deportation und der Abtransport von Raubgut bestimmen das Leben vieler. Auch Homosexuelle und trans Menschen geraten ins Visier der Nationalsozialisten; sie werden verfolgt und verhaftet, wer ins Lager kommt, muss dort den „Rosa Winkel“ tragen, steht in der Hierarchie der Häftlinge ganz unten.

In einer der Hallen auf dem weitläufigen Nordwestbahnhofgelände befindet sich das Lager der Porzellanmanufaktur Nesterval samt zugehöriger Kantine, in der Mitglieder der Familie, Arbeiter*innen und Anrainer*innen einander begegnen. Martha Nesterval, nach außen treue Nationalsozialistin, ist für die Firma vor Ort und soll ihren Neffen unter ihre Fittiche nehmen. Ihr Gatte, ein systemtreuer Arzt, soll den jungen Mann von seiner „träumerischen Art“ heilen. Doch das Umfeld, in das die Tante den Neffen einführt, eröffnet diesem erst recht eine neue Welt. Denn nachts, so heißt es, werde die Firmenkantine zu einer inoffiziellen, geheimen Kaschemme – und zum Zufluchtsort für die, wie sie sich selbst nennen, „Namenlosen“, deren Leben bei Tag so oft von Selbstverleugnung, Angst und Bedrohung bestimmt ist. Doch diese aufregende Parallelwelt ist auch gerade dabei, „Stück um Stück und Mensch um Mensch“ vernichtet zu werden. Die Aktivitäten rund um die Kantine und das nächtliche Treiben haben das Interesse der Polizei geweckt, die im Umfeld der Gruppe zu ermitteln beginnt: Es gebe Indizien, die auf unzüchtiges Verhalten und kriminelle Energien schließen lassen.

Das Publikum folgt in Der Rosa Winkel – Die Geschichte der Namenlosen den Figuren durch aufwendig gestaltete Räume, erlebt Storylines, die auf historischen Biografien beruhen und klug miteinander verwebt sind. So kommen die Zuschauer*innen in dieser Nesterval-Produktion so nah an die Charaktere heran wie noch nie, denn sie verkörpern die Gedanken der Figuren. Gedanken, die ständig durch die Geschichte begleiten.