© pixabay

Theater

Salzburger Festspiele: Les Troyens

Showtimes

Vergangene Showtimes

Grand Opéra in fünf Akten. Libretto von Hector Berlioz nach der Aeneis von Vergil. Konzertante Aufführung.

„Nacht der Trunkenheit und unendlicher Entrücktheit!“

Zum Zeitpunkt der Komposition von Les Troyens war Hector Berlioz bereits von persönlichen Schicksalsschlägen und künstlerischen Misserfolgen gezeichnet. Dennoch hielt er an seinem lang gehegten Wunsch, eine zeitlose Oper nach Motiven aus Vergils Epos Aeneis zu schaffen, fest, verfasste selbst das Libretto und stellte zwischen 1856 und 1858 die Partitur fertig. Das Werk geriet in seinen Ausmaßen sowie den instrumentalen und stimmlichen Anforderungen so gewaltig, dass die fünf Akte in zwei Teile aufgeteilt wurden. Obwohl Berlioz 1863 nur noch die Pariser Uraufführung des zweiten Teils mit deutlichen künstlerischen Abstrichen im kleinen Théâtre-Lyrique erleben konnte, war er überzeugt, mit Les Troyens sein bedeutendstes Werk komponiert zu haben. Die beiden Teile seiner stark vom Chor geprägten Monumentaloper weisen in ihrer Dramaturgie deutliche Parallelen auf. 

Hinter dem Gesamttitel verbergen sich mit La Prise de Troie und Les Troyens à Carthage zwei mythologische Geschehnisse, die durch den aus Troja geflohenen und in Karthago gestrandeten Énée miteinander verknüpft werden. Im Zentrum steht aber nicht der Kriegsheld, sondern mit der Seherin Cassandre und der Karthagerkönigin Didon jeweils eine starke Frau. Am Ende entscheiden sich beide für den Tod als einzigen Ausweg.