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Theater

Schauspielhaus Graz: Macbeth

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Er ist einer der berühmtesten Könige der Dramengeschichte, der vom treuen Lehnsmann und tapferen Feldherrn zum erbarmungslosen Schlächter und zur Geißel Schottlands wird. Doch was treibt den edlen Macbeth auf seinen blutigen Pfad, zu unstillbarer Machtgier und zu Königsmord? Ist es sein eigener Ehrgeiz, sind es die Ambitionen seiner Frau oder die Prophezeiungen der drei Schicksalsschwestern, die den König gekonnt mithilfe der Wahrheit täuschen, ihm schlaflose Nächte und Wahnvorstellungen bescheren? In jedem Fall bestätigt die tragische Geschichte von Aufstieg und Fall des Tyrannen Sigmund Freuds ernüchternde Einsicht, dass unter dem dünnen Lack von Zivilisation, der die Menschen umhüllt, eine Rotte von Mördern steckt.

Das um 1605 entstandene Drama gilt als Huldigung und zugleich Warnung für Englands ersten schottischen König, Jakob I., der in Shakespeares Epoche die Krone in Zeiten großer Unsicherheit übernahm. Ein ihm geltender Anschlag auf das Parlament, der Gunpowder Plot, konnte gerade noch vereitelt werden, Königsmord und Erbfolgestreitereien erhitzten die Londoner Gemüter. Und auch wenn die historischen Ereignisse der Entstehungszeit inzwischen mehrere Jahrhunderte entfernt sind, behandelt das Stück doch bis heute gültige Themen wie den fatalen Glauben an das Recht des Stärkeren, das zerstörerische Potenzial des Aberglaubens, die Verführbarkeit durch die Macht und die dahinterliegenden menschlichen Abgründe bei beiden Geschlechtern.

Im Schauspielhaus Graz wird Stephan Rottkamp das sagenumwobene Stück inszenieren, das von abergläubischen angelsächsischen Theaterleuten bis heute nicht bei seinem Titel genannt, sondern nur als „Scottish Play“ bezeichnet wird. Der Regisseur hat 2016 bereits mit Shakespeares „Der Sturm“ und 2018 mit Schillers „Maria Stuart“ formstarke Klassikerinterpretationen vorgelegt.