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Die 22. Ausgabe des Festivals steht heuer unter dem Motto HOLD ON und zeigt 18 Produktionen von 17 nationalen und internationalen Künstler*innen. tanz_house und tanzimpulse Salzburg in Kooperation mit der ARGEkultur vereinen auch heuer wieder ihre Kräfte, um gemeinsam ein vielschichtiges, spannendes und umfangreiches Programm aus den Bereichen Performance und Tanz anzubieten.

Programm:

Natalia Castaneira Two bodies. One distance.

FR 17. September • 20:00 + SA 18. September • 18:00 ARGE tanz_house Studio • 35 Minuten

Zwei Körper teilen sich einen Raum und ihre Körperlichkeit ändert sich, je nachdem, wie nah oder fern sie einander sind. Diese Körper reagieren auf Distanz, passen sich unterschiedlichen Formen an und treten auf unterschiedliche Weise in Beziehung. Körperlicher Kontakt ist Teil des Mechanismus, den wir nutzen, um unsere Beziehungen, Freundschaften und Familienzugehörigkeiten aufzubauen. Wie reagiert der Körper, wenn uns dieser Kontakt verweigert wird? Ist es möglich, auch ohne physischen Kontakt einem anderen Körper das Gefühl von Liebe, Sicher- heit und Komfort zu geben? Wie lange kann eine körperlich distanzierte Gesellschaft bestehen?

Die mexikanisch-spanische Choreographin und Performerin Natalia Castaneira hat bereits in ihrem ersten Gruppenstück Archive of the body mit Anna Bárbara Bonatto zusammengearbeitet. Im Duett Two bodies. One distance. führen sie ihre Kollaboration fort.

Rosana Ribeiro Selva

FR 17. September • 20:00 + SA 18. September • 18:00 ARGE tanz_house Studio • 45 Minuten

In einem Moment, in dem die Zeit stillsteht, zeigen wir eine Reise durch unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Wissen darum, wer wir sind, ist verloren, doch unser instinktives Bewusstsein besitzt die Fähigkeit, sich dessen zu erinnern. Die Spuren unserer Vorfahren erzählen Geschichten, die uns Zeugen der Geburt neuer Zyklen werden lassen und die, zu einer einzigen Stimme verschmelzend, von Ursprüngen und Enden flüstern. Sie erscheinen uns als Staub und Schutt oder kalter, feuchter Boden. Können wir an unerwarteten Orten Stärke erkennen? Selva ist ein dichter Dschungel, der auf dem Weg, den Frauen in den letzten 100 Jahren unserer Gesellschaft beschritten haben, entstanden ist.

Michael Turinsky Precarious Moves

MO 20. September • 19:30 ARGE Saal • 70 Minuten

In Precarious Moves setzt Michael Turinsky seine Untersuchungen widerständischer choreographischer Gesten im Entwerfen choreopolitischer Ästhetiken fort. Im Zentrum des ebenso biographisch wie konzeptuell angelegten Solos steht die Frage sowohl nach ganz eigenen persönlichen, als auch nach drängenden kollektiven Bedürfnissen und Notwendigkeiten in Bezug auf Mobilität und Mobilisierung, vor allem im Spannungsverhältnis von Bewegung und Umwelt, von Geste und Milieu. Changierend zwischen Organischem und Organisation, entfaltet sich Precarious Moves als ebenso ironische wie engagierte Erkundung jener seltsamen Schleife, die den Körper verbindet mit der sinnlichen Welt, durch die er sich bewegt.

TRAK Dance Ensemble SKELETONS NICE

MO 20. September • 19:30 ARGE Saal • 25 Minuten

SKELETONS NICE ist der Versuch zu beschreiben, was es heißt, in etwas gefangen zu sein, sei es die eigene Situation oder das eigene Skelett. Detailliert, chaotisch und zyklisch bewegt sich dieser Tanz zwischen Tatsache und theatralischer Fiktion. Es ist ein Porträt zweier Seelen, dargestellt von zwei sich bewegenden Körpern, die real, unvollkommen und unausweichlich menschlich sind.

Das Stück wurde choreographiert von Barnaby Booth für das TRAK Dance Ensemble. Booth kombiniert seine Fähigkeiten im Lichtdesign und in der dynamischen Bewegungskomposition und schafft Theaterwelten, mit denen er Themen der menschlichen sozialen Interaktion, Persönlichkeit und Psychologie erkunden und die wundersame Kraft der Vorstellungskraft und des Erzählens in unorthodoxer Form zelebrieren kann.

Lawine Torrèn THETIS – Stretching the Muscle of Time

Ausstellung • Präsentation

5. – 13. Oktober jeweils ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn im ARGE Foyer • Freier Eintritt

Die Ausstellung basiert auf einem performativen Shooting für Film und Foto im Lienbacherbruch in Adnet Jahre alten Jura-Kalkes, Ablagerungen des Meeres Tethys, auf denen Salzburg und seine Umgebung ruht.

Das Projekt THETIS umfasst drei Teile. Wir befinden uns hier im zweiten Teil, in einer Präsentation der Fotos und Filme, die im ersten Schritt entstanden sind. Ausgewählte Bilder und Filmkader daraus nimmt wiederum der Bildhauer Peter Niedertscheider als Vorlage für jene Flachreliefs aus Marmor, die er im dritten Teil kommenden Frühling vorstellen wird. Wir nennen diese Darstellungs- und Schaffensform „Invisible Tale“. Im Hintergrund der impulsgebenden Performance steht eine Erzählung, die aber nur zu einem Teil in Erscheinung tritt. Ziel des Schaffens ist nicht die Performanz, sondern deren Abbild. Im erzählenden Abbild bleibt die Geschichte aufgehoben, ist aber zu einem Gutteil „unsichtbar“.

Tomaž Simatovič & András Mescerics Good Question

DI 5. + MI 6. Oktober • 18:00 ARGE tanz_house Studio • 100 Minuten

Good Question ist ein Hinweis auf den Zustand der Ahnungslosigkeit, wenn man Schwierigkeiten begegnet, den Zustand der Achtsamkeit im Unbekannten und den Zustand des Seins bei der Suche nach der Antwort. Wie oft wurde Ihnen eine Frage gestellt, deren Antwort unmöglich schien? Gute Frage.

In dieser performativen Studie untersuchen zwei Tänzer Situationen der Schwerkraft als Medien für Verbundenheit und radikale Veränderung, während sie Tarot und den Körper als zwei reflektierende Werkzeuge erforschen.

Das Publikum wird eingeladen, als Studienpartner teilzunehmen, Fragen zu stellen und auf die Antwort zu warten. Was wird Ihre Frage sein? Welche radikale Veränderung erwarten Sie? Was wird der darstellende Körper verraten?

CieLAROQUE/helene weinzierl Random Circles

DI 5. Oktober • 20:00 ARGE Saal • 50 Minuten

Gemeinsam mit dem Maler, Bildhauer und Performer Helge Leiberg und den Musiker*innen Jordina Millá und Oliver Stotz begeht CieLAROQUE Neuland und präsentiert eine Performance in Form einer strukturierten Improvisation. Die Fläche ist da, ein leeres Blatt Papier. Die sechs Performer*innen bewegen sich wie Stifte oder Pinsel oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Sind sie nur Werkzeuge oder definieren sie durch ihre Gegenwart den Inhalt des Stückes und prägen so unsere Erwartungen? Oder überlagern, erfüllen, konterkarieren, löschen sie diese Erwartungen völlig aus? Es stellen sich Fragen. Wird es ein Bild sein, das entsteht? Ist es abstrakt oder konkret oder findet es überhaupt nur im Kopf statt? Wodurch definiert sich der Inhalt? Entsteht eine komplette Verwirrung oder gibt es doch klare Punkte, die sich verbinden? Random Circles ist ein Cocktail, der sich immer neu erfindet.

editta braun company long life

DO 7. Oktober • 20:00 ARGE Saal • 60 Minuten

Die eine ist 74, sie hat ein langes Leben hinter und ein kurzes vor sich. Die andere ist 34 - schon ziemlich alt, findet sie, und doch scheint das Ende in weiter Ferne zu liegen: Schauspielerin Myrto Dimitriadou und Tänzerin Cat Jimenez. Ein 80-jähriger Baum ist gerade mal im Jünglingsalter und hat noch viel vor sich – wenn wir ihn wachsen lassen. long life verwebt die Lebenslinien der beiden Frauen vor dem Hintergrund eines imaginierten, weltumspannenden Netzwerks der Bäume, der vielleicht sozialsten Wesen dieses Planeten.  

Die Choreographin und Regisseurin Editta Braun gründete 1982 gemeinsam mit Beda Percht das Performance-Kollektiv „Vorgänge“, aus dem 1989 die editta braun company hervorging. Seither jährliche Kreationen, weltweit auf Tour, internat. Kooperationen, ab 1996 enge Zusammenarbeit mit Thierry Zaboitzeff (Musik, Komposition). Lehrtätigkeit u.a. in Linz, Salzburg und Wien. 2014 Internat. Preis für Kunst und Kultur (Stadt Salzburg), 2017 Großer Kunstpreis für Darstellende Kunst (Land Salzburg).

Katharina Senk & Richard Eigner states of readiness

FR 8. Oktober • 19:00 ARGE Studio • 30–40 Minuten

states of readiness widmet sich menschlichen, bewegten und klingenden Standby-Zuständen. In der Tanz- und Musikperformance laden Katharina Senk und Richard Eigner das Publikum ein, den Dualismus von Aktivität und Passivität und die zahlreichen Nuancen, die innerhalb dieser beiden Pole existieren, wahrzunehmen. Besonders nach diesem Jahr, das geprägt war von Zuständen des Wartens und des Bereit-Seins bzw. des Bereit-Bleibens verbreiterte das Wort Standby für die beiden Künstler*innen durch die gelebte Erfahrung der gegenwärtigen Pandemie seine Bedeutung. Das Duo bietet musikalische und körperliche (Neu-)Interpretationen des Standby-Begriffes an, indem der Bereitschaftsbegriff dem digitalisierten (Be-)Deutungsraum entzogen und im zwischenmenschlichen und auch interdisziplinären Beziehungsraum neu verhandelt wird.

Ensemble Cataracts Inspired by Lancelot

Poetry, Beatboxing und Gaming

FR 8. Oktober • 20:00 ARGE tanz_house Studio • 50 Minuten

Das Mittelalter stirbt ja nie aus, ritterlich, minniglich! Das Dreschen auf fremde Rüstungsträger hat großen Eindruck hinterlassen, scheppert bis heute durch Spiele und inspiriert Motorradgangs – und so ein Schwert macht schon was her, auch wenn mancher edle Held für fairen Zweikampf die Spitze vorher in Gift tauchte. Kreativität war in der Kunst scheinbar verpönt: „Nein, was ich schreibe ist wahr, denn genau so haben es alle vor mir auch geschrieben, niemals würde ich etwas dazu erfinden!“

Und dann donnern sie los, die vielleicht kreativsten und feinsinnigsten und wildesten Autoren der noch nicht gezähmten (mittelhoch-)deutschen Sprache. Wir lesen etwas davon, Gedichte und Mythen, beatboxen dazu, schauen uns Games an und lassen uns überraschen.

„Wie soll man in dieser Welt leben? Wege und Stege sind blockiert, Treulosigkeit lauert und auf der Straße herrscht Gewalt. Recht und Frieden sind todwund ... Auf denn! Hier hat man zu lange geschlafen.“ Walther von der Vogelweide

Iris Heitzinger mit Group LaBolsa

Umherirrende Porträts Salzburg

SA 9. Oktober • 20:00 ARGE Saal • 60 Minuten

Der Akt des Porträtierens, wie wir ihn aus der Malerei, Fotografie, plastischen oder audiovisuellen Kunst kennen, bietet seinem dargestellten Subjekt einen intimen Rahmen und offenbart dessen Einzigartigkeit. Gleichzeitig enthüllt das Porträt aber auch die Porträtist*innen, deren Interesse, Obsessionen und deren Wunsch, innerhalb des eigenen Kunstwerks oder durch ebendieses zu existieren. Was wird versteckt? Was darf an die Oberfläche dringen?

Heitzinger und Group LaBolsa schlagen ein inszeniertes, kollektives Porträt vor, das die Fragilität des Individuums innerhalb der Gruppe und die Notwendigkeit der Menschheit widerspiegelt, Teil von etwas zu sein, das größer ist als das Selbst.

Iris Heitzinger ist freischaffende Choreographin, Tänzerin und Pädagogin. Kreiert eigene Arbeiten seit 2008, unterrichtet zeitgenössischen Tanz und Komposition weltweit. Ihre Arbeit basiert auf interdisziplinären Kollaborationen, die das spontan-kreative Potenzial des Körpers in Systemen der Komposition in Echtzeit erforschen.

Group LaBolsa ist ein Künstler*innenkollektiv, das 2012 in Barcelona gegründet wurde. Ihre erste Kreation The Measure of Disorder entstand in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Thomas Hauert (Cie. ZOO). Die Premiere wurde 2015 in Koproduktion mit dem Festival Grec Barcelona, Charleroi-Danse Brüssel und dem Theater Brigittines Brüssel gefeiert. Seither forscht Group LaBolsa in regelmäßigen Zusammenkünften an einer Methode für Live-Improvisation und -Komposition.

b.m-w dance company Hungry Eyes

SO 10. Oktober • 20:00 ARGE tanz_house Studio • 40 Minuten

Hungry Eyes ist eine tänzerische Auseinandersetzung mit der Sexualität der Frau. Von der nackten Gier, dem unbändigen Begehren, der feurigen Lust bis hin zur sinnlichen Liebe. Drei Tänzerinnen, ein Musiker und eine Sprecherin schaffen ein offenes Spielfeld, das die individuelle, lebendige und lustvoll gelebte Sexualität der Frau der Stigmatisierung der Frau als funktionierendes Objekt gegenüberstellt. Sexwissen ist hilfreich. Frau wirkt aktiv mit! Humorvoll, mit Augenzwinkern und Hingabe, fein und sinnlich wird der somatisch erspürte Zugang zur Sexualität der vorgespielten, perfekten Sexualität entgegensetzt und der Würde- raum der Frau zur Diskussion gestellt.

Anna Maria Müller wild hunt/Screenshot

SO 10. Oktober • 20:00 ARGE tanz_house Studio • 10 Minuten

wild hunt/Screenshot ist ein Film, der das Bühnenstück wild hunt filmisch übersetzt. Abstrakt, frei und experimentell zeichnet sich eine düstere Atmosphäre, die von Überwachung, Digitalisierung und dem Überschreiten von eigenen Grenzen erzählt. Wo haben Qualitäten wie Wildheit, Instinkt, Intuition in unserer digitalisierten Welt noch Platz? Was passiert mit uns, wenn wir diese zeigen? Wie schafft man den Spagat, einer Gesellschaft, einer Gruppe, einem Sinus-Milieu zugehörig zu sein und gleichzeitig die so groß propagierte Individualität zu erhalten? Wo verliert man sich in der Suche nach Individualität, die oft weit über unsere Grenzen hinausgeht?

Anna Bárbara Bonatto & Markos Destefanos 2x2

MO 11. Oktober • 20:00 ARGE Saal • 20 Minuten

2x2 ist eine improvisatorische Performance einer Tänzerin und eines Gitarristen, die vom Klanguniversum des zeitgenössischen Komponisten Leo Brouwer inspiriert ist. Die vier Sätze des Stückes erkunden die vier verschiedenen möglichen Kombinationen zweier Elemente. In diesem Fall werden Handeln (+) und Trägheit (-) in Bewegung und Klang übersetzt. Der erste Satz der Komposition (+ -) untersucht den Raum, den die Bewe- gung einnehmen kann. Wie viel Volumen kann der Körper produzieren, während die Klanglandschaft im statischen Modus bleibt? Im zweiten Teil (- -) betreten sowohl Klang als auch Bewegung das Gebiet der Trägheit. Wie ausdrucksstark kann der Mangel an Aktivität sein? Der dritte Satz  (- +) befasst sich mit einer dissonanten Klangwelt. Was wird erlebt, wenn die Ränder der Musik und die Kurven der Bewegung sich treffen? Im letzten Satz der Komposition (+ +) bilden Bewegung und Klang zusammen eine endgültige Synthese. Kann noch irgendeine Form von Geräumigkeit im abstrakten Sinn erlebt werden, wenn Musik und Tanz sehr einnehmend sind?

CocoonDance VIS MOTRIX

MO 11. Oktober • 20:00 ARGE Saal • 40 Minuten

Mit der Produktion VIS MOTRIX erschafft die CocoonDance Company ebenso bizarre wie faszinierende Wesen. Wie aus einer anderen Welt bewegen sie sich durch den Raum, werden zu einem Organismus aus Mensch und Maschine und erzeugen einen hypnotischen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Was ist die bewegende Kraft, die Seele (vis motrix), der Bewegungen dieser Hybridwesen?

CocoonDance setzt mit der Produktion die Suche nach dem noch „ungedachten“ Körper fort: Transhumanismus als traumatischer Tanzreigen, der unser Unbewusstes nicht unberührt lässt. Eingeladen zur Tanzplattform Deutschland 2020 in München und nominiert als Aufführung des Jahres in der Kritikerumfrage des Fachmagazins tanz 2019: „Ein Werk von hypnotischer Bewegungsintelligenz.“ (Jahrbuch tanz 2019)

Julia Schwarzbach Dear you

DI 12. + MI 13. Oktober • 19:00 ARGE tanz_house Studio • 50 Minuten

Dear you ist ein Solo, in dem eine Tänzerin in die Schichten der choreographischen und performativen Praktiken vordringt, die sie in und mit sich trägt. Sprechend und tanzend erkundet Julia Schwarzbach die Spuren von Wörtern, Bewegungen, Gefühlen und Bildern, die ihr tanzender Körper im Hier und Jetzt trägt, und verkörpert das Vergehen von Zeit, Erinnerung, Verlust und Akzeptanz. Die Figuren, die in ihrem Körper wohnen – Lehrer, Komplizen, Geliebte und auch nicht-menschliche Präsenzen – sowie das Publikum werden zu einer Leinwand für eine Choreographie des Moments, die versucht, niemals gleich auszusehen.

Anna Maria Müller Telling a Story

MI 13. Oktober • 20:00 ARGE Saal • 25 Minuten

Mittels somatischer Recherche bastelt Anna Maria Müller einen Grenzgang, der innere Erlebniswelten auslotet. Ausgehend von Recherchen zur historischen Einbettung des Begriffs „Wahnsinn“ endete der inhaltliche Prozess bei der Verarbeitung von persönlichen Grenzerfahrungen. Wo im Körper sind Extremerfahrungen abgespeichert? Wie weit kann ich mit somatischem Sensorium auf Vergangenes zurückgreifen? Wie bringe ich diese Körperempfindungen in einen künstlerischen Ausdruck? Diese Fragen führen zu einer 20-minütigen Tanzperformance, die einen persönlichen und intimen Rahmen schafft und auf abstrakte Weise über einen Abschnitt aus dem Leben der Tänzerin erzählt.

12H Dance/Moonsuk Choi & Yamila Khodr 360°

MI 13. Oktober • 20:00 ARGE Saal • 50 Minuten

Im Hintergrund hört man die berühmten Liedzeilen „No soy de aquí, ni soy de allá“ (ich bin weder von hier noch von dort) von Facundo Cabral, dem verstorbenen Bob Dylan Lateinamerikas, ein Wanderer zwischen den Welten. Passen wir uns unterschiedlichen Realitäten an oder befinden wir uns immer „dazwischen“? Dieses Dazwischen ist genau der Zustand, den die Tanzperformance 360° erkunden möchte. Ausgehend von ihren persönlichen Migrationsgeschichten beschäftigen sich vier Tänzer*innen mit Themen von Neuanfängen, Entwurzelung und Anpassungsprozessen. Wer sind wir, wo kommen wir her, was lassen wir zurück? Es ist eine Suche voller Hindernisse und Fragen, zwischen Hoffnung und Enttäuschung, Erinnerungen und Träume, Süden und Norden, Osten und Westen. Immer auf dem Weg dazwischen. Eine ständige Reise, ein Leben im Transit. Es ist ein Spiel des sich Positionierens, von wechselnden Richtungen und Beziehungen zueinander.

12 hours: Das sind die 12 Stunden Zeitunterschied zwischen Südkorea und Argentinien. 360°: Das ist ein ewiges Kreisen, eine ständige Bewegung, ein Rad, das sich immer weiterdreht.