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The New Normal

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Nach der Pest. Die Wahrnehmung vergangener Pandemien und ihre Bedeutung für die Gegenwart
Vortrag von Prof. Dr. med. Philipp Osten (Medizinhistorisches Museum Hamburg)
Im März 2020 hängten Wiener Kinder, die nicht in ihre Kindergärten durften, bunte Regenbogenbilder in die Fenster. Seit er über Noahs Arche das Ende der Sintflut ankündigte, ist der Regenbogen das Symbol des guten Ausgangs verheerender Katastrophen. Die Überlebenden von Pest und Hungersnöten prägten ihn auf Erinnerungsmedaillen.
Als sich im Herbst 2019 der Beginn einer neuen Pandemie abzeichnete, wurde sie vielfach so besprochen, als sei ihr baldiges Ende abzusehen. Medizinhistoriker*innen traten auf den Plan. Sie berichteten über Pest, Cholera und Spanische Grippe – und darüber, wie die moderne Medizin sie losgeworden ist. Aber haben wir es wirklich geschafft, aus den vorangegangenen Pandemien zu lernen?
Philipp Osten erzählt von einer Stadt, die bei einem Pestausbruch im Jahr 1713 versuchte, Handel und Wirtschaft zu schützen, von den sozialen Medien im Cholerajahr 1831 und von der Spanischen Grippe von 1918, die im Jahr 2007 zum Modell für die Pandemien der Zukunft erklärt wurde.

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Pantha du Prince: CONFERENCE OF TREES

Bäume und Wälder kommunizieren untereinander, auch über weite Distanzen hinweg, bilden durch symbiotische Beziehungen eine Gemeinschaft. Der Techno-Produzent und Ausnahmekünstler Hendrik Weber überführt diese zellbiologischen „Unterhaltungen“ mit seinem Projekt Pantha du Prince in hypnotische Musik. Clubmusik mit Naturholzklang, Elektro mit Glockenspiel und tanzbarer Engelschor – der in Berlin und Brandenburg lebende Musiker bringt sein gefeiertes Album CONFERENCE OF TREES (2020) als Konzert mit Bandbegleitung ans Volkstheater.

Clubmusik mit Naturholzklang, Elektro mit Glockenspiel und tanzbarer Engelschor. „Was wir hier hören, ist weder Techno noch experimentelle Musiktheorie, sondern eine Art sakrale Messe. Ein Meisterwerk.“ (The Gap)

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DOT, PAUSE, DOT, DOT
Lecture Performance von Guilherme Maggessi und Rafal Morusiewicz
Ausgehend von den Themen ihrer Ausstellung THE POIESIS OF COMPOSTING präsentiert das junge Wiener Künstlerduo Maggessi/Morusiewicz ein transmediales Gedicht: Die Ergebnisse einer Recherche zur Metapher des Komposts – und all ihrer Manifestationen in Kunst, Literatur und Geschichte – werden diskutiert, geremixt und erweitert.

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Nahräume des Wandels. Plädoyer für eine neue Politik der Körper. (In Andenken an Jean-Luc Nancy)
Keynote von Prof. Dr. Karin Harrasser
Pandemie und Klimawandel, so unterschiedlich sie als Natur-Kulturereignisse sonst sein mögen, haben drastisch vor Augen geführt, was in verschiedenen Spielarten feministischen und ökokritischen Denkens seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle spielt: Menschliche Körper sind tief eingebettet in mehr-als-menschliche und in die koloniale Vergangenheit hineinreichende Prozesse des Lebens und Sterbens. In ihrem Vortrag sondiert die Medien- und Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser die zerstörerischen Dynamiken des Kapitalozäns im Nahraum und macht Vorschläge, wie es möglich sein könnte, den Körper als isolierte Einheit zu verlernen.

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THE NEW NORMAL: Begrüßung durch die Kurator*innen

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Unsere Welt ist eine andere. Das machen schon die Zahlen der fortdauernden Pandemie deutlich. Über 200 Millionen Infizierte, über vier Millionen Todesopfer. Gleichzeitig hat auch die Klimakrise nichts an Relevanz eingebüßt: Wälder brennen. Permafrostböden tauen. Ozeane vermüllen. Landschaften werden überschwemmt.

Beide Entwicklungen – Pandemie wie Klimakrise – bedingen einander und sind Teil unserer neuen Normalität. Umso wichtiger wird es sein, nun den Blick zu weiten und nicht tatenlos zu erstarren. Tiere, Pflanzen, Viren, Objekte, Algorithmen und Wetterphänomene: Sie alle interagieren mit uns. Wir sind mit unzähligen Organismen und Kreisläufen verschränkt. So beunruhigend in diesem Lichte der faustische Pakt mit Technologie auch scheinen mag – wir sind auf sie angewiesen, wenn wir einen Weg aus den Krisen finden wollen.
Was also bedeutet die Pandemie für unser Nachdenken über das Anthropozän? Welchen Einfluss haben Digitalität und Technologie auf Naturereignisse? Was lehren uns die Erfahrungen der vergangenen Monate über die Bewältigung existenzieller Krisen? Und welche Perspektiven ergeben sich daraus für den Aktivismus und für die Kunst?


Ein Wochenende lang stellt sich das Volkstheater diesen Fragen – mit großen Konzerten und Gastspielen auf der großen Bühne, mit Gesprächen und Performances in der Roten Bar und Dunkelkammer, mit Multimedia-Installationen im Weißen Salon. Und natürlich mit Bäumen und Nebel, mit Klärschlamm und Mikroben. Gemeinsam erforschen wir neue Perspektiven und versuchen, diese neue Normalität in ihrer Verflochtenheit begreifbar zu machen.