© Victoria Coeln

Kunstausstellung

Victoria Coeln - Cafe Chromatique

Showtimes

10:00 - 16:00
Nespresso Atelier

In ihrem Projekt CAFÉ CHROMATIQUE verbindet die Wiener Künstlerin Victoria Coeln zwei typische Elemente ihrer chromotopischen Praxis miteinander: ortsspezifische Interventionen mit chromatischem Licht und Lupenobjekte, durch die die Lichtinterventionen ortsungebunden erlebt und gleichsam reinszeniert werden. Im Frühjahr 2021, während des langen Lockdowns, entstanden in neun Wiener Cafés Lichtinterventionen, die auf analogem Planfilm fotografisch festgehalten wurden. Die Diapositive die sogenannten Chromographien bilden das Kernstück der Lupenobjekte, die von 20. Mai bis Anfang November 2021 im Kunstschaufenster des neuen Nespresso Ateliers in der Kärntner Straße und damit barrierefrei im öffentlichen Raum zugänglich sind. Beim Betrachten scheint man fast wie Alice im Wunderland zu schrumpfen und durch die Lupe in den Miniatur Bildraum zu schlüpfen, um dort wieder zu wachsen und sich wie in einem realen Raum umblicken zu können. Victoria Coeln schafft damit einen im buchstäblichen wie übertragenen Sinne barrierefreien Zugang zur Kunst: Der Betrachter, die Betrachterin ist im Bilde.

Ihre Lichtinterventionen, die Victoria Coeln seit 2002 in aller Welt entwickelt, nennt sie Chromotopia. Sie entstehen in berühmten Gebäuden, an politisch, archäologisch und kulturhistorisch bedeutsamen Orten – überall dort, wo es um Fragen des Zusammenlebens geht und wo es ein Sediment an Empfindungen, Erinnerungen und Emotionen zu entdecken, zu heben und mitunter auch zu transformieren gilt. 

Für die künstlerische Auseinandersetzung wählt Victoria Coeln einen konzeptionellen Ansatz, der sich weniger auf einen konkreten Ort als vielmehr auf ein Kondensat aus Ritualen und atmosphärisch Erlebbarem bezieht. Dies korrespondiert mit der Raumvorstellung ihrer künstlerischen Praxis, die einen Ort nicht als ein objektiv existierendes „Gefäß“ versteht, sondern – in Anlehnung an Hannah Arendts Erscheinungsräume des Politischen – als etwas, das überhaupt erst durch Handeln entsteht und zwischen uns erscheint. Raum ist nicht ruhend, statisch oder immobil – sondern ein pulsierendes Gewebe, das laufend produziert wird und Teilhabe einfordert; die Akteure und die Produzenten des Raumes sind wir selbst. Für die Künstlerin ist Licht das Medium, mit dem dieses Gewebe zur Anschauung gebracht werden kann.

"Licht ist für mich eine hochpräzise, machtvolle, gewaltige und vor allem offene Sprache. Ganz unmittelbar erlebe ich das in der Nachtarbeit, mit dem Aufgehen des Sonnenlichts, aber auch in zahlreichen Reden der Politik, Philosophie und Wissenschaft, die Licht als Metapher gebrauchen oder durchaus auch missbrauchen. Kann Licht selbst handeln? Kann die Sprache des Lichts in der Verwebung mit der Sprache der Kunst Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen, Schmerzhaftes in Schönes transformieren?" - Victoria Coeln

Die Wiener Cafés in CAFÉ CHROMATIQUE:
Bellaria, Frauenhuber, Jelinek, Landtmann, Prückel, Sperl, Strozzi, Weidinger, Westend