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Theater

Wenn Rosenblätter fallen

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Eine Geschichte über Angst, Schuld und eine Liebe, die stärker ist als der Tod.

…erzählt die Geschichte von Till, dessen alleinerziehende Mutter Rose kürzlich an Krebs verstorben ist. Von nun an auf sich allein gestellt, bleiben ihm allein die Erinnerungen und die Briefe, die ihm Rose vor ihrem Tod geschrieben hat, damit sie ihn durch sein Leben begleiten.

Der Schmerz und die Trauer über den noch nicht verarbeiteten Verlust werden stärker, als Till die gleichaltrige Iris kennenlernt. Beide kommen sich rasch näher, doch auf verstörende Weise erinnert sie Till mit ihrer quirligen und offenen Art an seine Mutter.

Hin und hergerissen zwischen Liebe und Trauer wirft er sie schließlich hinaus und sucht Halt in den Briefen, die seine Mutter ihm hinterlassen hat.

Noch einmal durchlebt Till ihre letzten gemeinsamen Monate, Roses Kampf gegen den Krebs, Momente der tiefsten Verzweiflung, aber auch der Hoffnung und Liebe.

Er erkennt, dass er sich seinen Gefühlen und der eigenen Rolle in dieser Geschichte stellen muss, um die Vergangenheit zu bewältigen.

Basierend auf dem preisgekrönten Jugendbuch “En leven zonder jou” (Ein Leben ohne Dich) der Belgierin Brigitte Minne haben Rory Six und Kai Hüsgen ein aufwühlendes Familiendrama, „Wenn Rosenblätter fallen“, geschrieben, das in seiner Thematik aktueller nicht sein kann.

„Wenn Rosenblätter fallen“ wurde ausgezeichnet mit dem MusicalMakersBeurs 2010 der niederländischen Stiftung TeksTpieremenT und dem Award für die beste inhaltliche Leistung beim Flämischen Musicalpreis 2011.

Sich mit einem Thema wie Tod und Sterben zu befassen, fällt den meisten Menschen nicht leicht. Besonders, wenn es um Tod und Sterben im persönlichen Umfeld geht, wissen viele Menschen überhaupt nicht, wie sie damit umgehen sollen. Das war aber nicht immer so, denn es gab Zeiten, in denen der Tod sozusagen ein ständiger Begleiter der Menschen war.

Heute kommen wir mit dem Tod schon allein deshalb nicht so viel in Berührung, weil die allgemeine Lebenserwartung der Menschen durch verbesserte Lebensbedingungen und die moderne Medizin immer höher wird.

Die Sichtweise auf den Tod wandelte sich im Laufe der Zeit, was vor allem daran lag, dass sich die ganze Gesellschaft nach und nach veränderte. Die Bevölkerungszahl wuchs an, die Menschen lebten länger, es gab neue Gesellschaftsschichten und auch die Familien veränderten sich. Richtige Großfamilien wurden seltener, stattdessen bestanden die Familien häufiger nur noch aus Eltern, Kindern und Großeltern. Das bedeutete, dass die Familienmitglieder eine viel stärkere gefühlsmäßige Bindung zueinander hatten. Die Menschen entwickelten ein stärkeres Gefühl dafür, dass ihr Leben einzigartig und wertvoll war und nicht nur eine kurze Station auf dem Weg ins Jenseits. Natürlich veränderte sich damit auch ihre Einstellung zum Tod und das Ausmaß ihrer Trauer, wenn ein geliebter Mensch starb.

Ein Todesfall war nicht mehr alltäglich, sondern ein Schicksalsschlag. Irgendwann war die Trauer beim Verlust eines geliebten Menschen so unfassbar groß, dass auch ein fester Glaube an Gott nicht mehr trösten konnte. Diese Entwicklungen kamen allerdings nicht plötzlich, sondern verliefen langsam und allmählich über Jahrhunderte. Aber der Umgang mit dem Tod veränderte sich nicht nur, weil die Menschen ihre Trauer stärker wahrnahmen. Auch der Fortschritt auf dem Gebiet der Technik spielte eine Rolle. Im 19. Jahrhundert begann man sich zum Beispiel Sorgen wegen der Hygiene zu machen.

Bisher waren die Toten auf Kirchhöfen mitten in der Stadt beerdigt worden, aber das wurde langsam zum Problem. Die Städte wuchsen in dieser Zeit sehr schnell und natürlich mussten auch mehr Tote bestattet werden. Als Lösung wurde Friedhöfe an den Stadtgrenzen angelegt, weit weg vom Alltag der Lebenden. Weil die Toten dorthin transportiert werden mussten, entstanden die ersten Bestattungsunternehmen, die nach und nach immer mehr Aufgaben rund um den Trauerfall übernahmen, die vorher von den Familienmitgliedern erledigt wurden.

Ein selbstverständlicher Umgang mit einem Todesfall und Verstorbenen ist heute kaum denkbar, man hat ihn schlicht und einfach verlernt. Die Art und Weise, wie wir in unserer Gesellschaft mit dem Tod umgehen, ist so gesehen eine ganz natürliche Entwicklung: Die Trauer wurde größer, deshalb wurde der Gedanke daran immer weiter weggeschoben. Heutzutage wissen viele Menschen schon nicht so recht, wie sie mit kranken oder auch mit alten Menschen umgehen sollen und gehen deshalb unbewusst auf Abstand. Sie gehen nicht gern ins Krankenhaus oder ins Altenheim, auch nicht, um jemanden zu besuchen.

Es ist sehr selten geworden, dass jemand bis zum Lebensende in seiner vertrauten Umgebung bleibt oder sogar im Kreis seiner Angehörigen. Die meisten Menschen sterben heute in Krankenhäusern oder Heimen. Nicht selten haben die Angehörigen am Ende das Gefühl, nicht alles getan zu haben und machen sich zusätzlich zu ihrer Trauer auch noch Vorwürfe. Die Trauer selbst hat sich verändert, denn es gibt weniger Rituale, an denen man sich orientieren kann, und vor allem sind Menschen in Trauer mehr auf sich alleine gestellt als früher.

Natürlich ist es gut, dass Menschen heute lange leben, lange bei guter Gesundheit sind und dass sich viele von uns erst spät mit dem Tod auseinandersetzen müssen. Doch es kann bestimmt nicht schaden, ab und zu daran zu denken, dass der Tod ein ganz natürlicher Bestandteil des Lebens ist und tatsächlich jeden von uns etwas angeht.

Das fällt schwer, wenn es um den Tod eines geliebten Menschen geht, denn der Gedanke daran ist einfach unfassbar traurig. Verständlich, dass man sich damit nicht zu viel beschäftigen möchte. Aber solche Gedanken zu verdrängen, kann keine Lösung sein. Es hilft schon, im Alltag häufiger über solche Dinge zu reden und sich ein bisschen bewusster mit dem Thema zu beschäftigen. Was wenn jemand, aus welchen Gründen auch immer, freiwillig aus dem Leben scheiden möchte? Darf man sowas überhaupt denken?

Es gelten die aktuellen Covid19 Bestimmungen.