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Kunstausstellung
Festival

Wie ist das mit dem guten Leben?

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Öffnungszeiten:
tägl. 16:00-20:00 Uhr

Ein gutes Leben in unserer individualisierten Gesellschaft wird häufig an den vorhandenen Ressourcen gemessen. Lebensqualität
hängt etwa mit der Variationsvielfalt des Konsums zusammen. Im Verteilungskampf gibt es Gewinner*innen und die Verlierer*innen. Bildung spielt dabei oft nur eine sekundäre Rolle.

Diese Vorstellung berührt nur oberflächlich die Beziehung zur Welt und zu sich selbst, oftmals ein fragiles Verhältnis. Das gute Leben gerät rasch ins Wanken, aber ein Festhalten daran verursacht Angst vor Verlust und Bedrohung.

Wo beginnt nun das gute Leben für alle?

Vertrauen in sich und seine Umgebung spielt dabei eine große Rolle. Aber wie kann ein solches Vertrauen (wieder-) hergestellt werden? Durch eine gerechte Ressourcenverteilung, die nicht als Verlust empfunden wird, indem sie alle in maßvollen Zusammenhängen inkludiert?

Dies wiederum setzt voraus, dass sich das Verhältnis des individuellen Seins in der Welt nicht in Form von (Selbst-) Entfremdung fortsetzt und Konkurrenzmaximen in einer selbstzerstörenden Weise ad absurdum geführt werden. Wie ist das mit dem guten Leben?

In der 4-teiligen Ausstellung werden die Ergebnisse von vier mehrmonatigen Projekten in und mit der Nachbarschaft gezeigt.

Es werden Arbeiten von Franzi Kreis, Karsten Michael Drohsel/ Produktionskollektiv Wien, Hanna Schimek mit Angélica Castelló, Miklós Erhardt, Gisela Hesser, Patrick K.-H., Moya Hoke, Susi Jirkuff, Gerda Lampalzer, Doroteya Petrova, Andrea van der Straeten und in Kooperation mit dem Institut für künstlerisches Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien Arbeiten von Johannes Baluch, Sigrid Bucher-Soudi, Sarah Fichtinger, Lea Sophia Langner, Nina Lechner, Julia Theresa Moschen, Jasmin Singer und Stefanie Weber zu sehen sein.

Programm:

WISSEN FÜR ALLE!
Filme zur Volksbildung
Fr 15.10.2021 -19.00 Uhr
Der Kinosaal war im 20. Jahrhundert nicht zuletzt ein Ort, an dem etwas über die Welt zu lernen war. Das gilt sogar für Betriebe wie das Sandleitenkino, das von seiner Eröffnung 1928 bis zu seiner Schließung 1966 vor allem gewinnorientiert auf Unterhaltung hin bespielt wurde. Das moderierte Filmprogramm geht entlang der Geschichte dieses Zeigeorts den lehrhaften Elementen in den Vorprogrammen des Wiener Kinos nach und wirft auch Seitenblicke auf die Filmarbeit von Volksbildungseinrichtungen.
Präsentation und Moderation: Joachim Schätz, Leiter des FWF- Forschungsprojektes „Praktiken des Lehr- und Unterrichtsfilmes in Österreich“. (Universität Wien, Ludwig Boltzmann Institut for Digital History)

KRAWUTZI! KAPUTZI!
Trickfilme und Filmtricks von Filmamateur*innen
Sa 16.10.2021 – 19.00 Uhr
Vorhang auf und alles kann zur Bühne werden: Das Amateurfilmprogramm aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums zeigt selbstgemachte Puppentheater- und Scherenschnittfilme aus privater Hand: Wir sehen Handpuppen aus Rehleder mit Wollperücken, eine Couch, die kurzfristig zur Kasperlbühne umfunktioniert wurde und tauchen hinter die Kulissen eines Marionettentheaters ein. Special Screening: „Kasperl und der 1. Mai“ ein Film von Hanna Schimek.
Präsentation und Moderation: Stefanie Zingl, (Österreichisches Filmmuseum); Zu Gast: Wolfgang Kosian, Zuckerbäcker und Filmamateur.

PARA_DEIS*
„KOMM! WIR MACHEN UNS DIE WELT ZUM PARADIES!“
Ein Projekt von: Karsten Michael Drohsel und Gaia Pilia (Idee und Entwicklung) | Maria Klausecker und Ralitsa Petkova (Umsetzung)

„PARA_DEIS*“ ist ein beteiligendes sozial-kulturelles Projekt, dessen Kern die Frage nach dem persönlichen Paradies im Wohnumfeld bildet. Befragt wurden Menschen im Sandleitenhof, die auf unterschiedliche Weise auf ihre Vorstellung vom Paradies angesprochen und im Rahmen von aufsuchenden Workshops gebeten wurden Zeichnungen des individuellen Paradieses bzw. von Früchten anzufertigen, die in diesem Paradies zu finden sind. Für ein Saatgutarchiv wurden die Samen dieser Früchte gesammelt und gesucht und teilweise schon im Gemeinschaftsgarten Rosenacker angebaut. www.para-dies.net

Mein Glück interessiert mich nicht.
Ein Projekt von: Franzi Kreis
Foto-Portraits zum After-Work im Ottakringer Sandleitenhof

Ein junger Mann sitzt auf seinem Skateboard und ist umgeben von Momenten seiner Kindheit in den 00er-Jahren, als aus dem Fenster „gekeppelt“ wurde wegen den „lauten Brettln“. Bist du glücklich? Nach ihren beiden Generationen-Projekten „Finding Motherland“ und „Father Earth“ zeigt die Künstlerin Franzi Kreis eine Sammlung an emotionalen, nostalgischen und zukunftsweisenden Portraits eines Sommers in Sandleiten. Alle Fotografien sind zur magischen blauen Stunde in der Nachbarschaft des riesigen Sandleitenhofs in Wien Ottakring entstanden. Gesprächsfetzen von Träumen und Glück umschwirren die Bilder der abflauenden Sommerhitze. „In den Höfen von Sandleiten spürt man das Rote Wien der 1920er Jahre neben dem Wien von heute wie an kaum einem anderen Ort.“ erzählt Franzi Kreis über ihr Projekt in Sandleiten. „Genau diese Stimmung hat dem abendlichen Sinnieren Flügel verliehen. Ich interessiere mich in dieser Serie für ein Wir, das größer ist, als das selbst-gefundene Ich.“

„Happy Tagebuch’’, „Glücksbox“ „Es ist das Wasser!“

In Kooperation mit der Wiener Bücherei Sandleiten und Sandleiten-Anrainer*innen haben Studierende in der von Hansel Sato geleiteten Lehrveranstaltung künstlerische kollaborative Praxis im Fachbereich Kunst und Bildung am Institut für das Künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien drei kollaborative Projekte mit den Namen „Happy Tagebuch’’, „Glücksbox“ und „Es ist das Wasser!“ entwickelt, die sich mit der gesellschaftlichen und kulturellen Dimension von Glück auseinandersetzen. Wonach streben Menschen, die das Glück finden wollen? Lässt sich das Glück herstellen? Ist Glück eine Frage der individuellen Leistung? Und wenn das Glück zur Leistung wird, haben denn die Unglücklichen versagt? Im Fokus der Projekten steht die Auffassung, dass Glück nur in der Gemeinschaft mit anderen erlebt werden kann und dass es sich um einen sozialen Austausch handelt. Diese Ansicht widerspricht dem Dogma der positiven Psychologie bzw. der neoliberalen Ideologie der Selbstoptimierung als Weg zum Glück. In der Ausstellung werden Zeichnungen, Fotos, Postkarten, eine Installation und ein Video gezeigt, die teilweise auf der dialogischen Interaktion mit Sandleitner*innen basieren. Außerdem wird während der Eröffnung eine performative Situation inszeniert, die als künstlerisches Statement zum gemeinsamen guten Leben für alle dienen möchte.