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Gschwandner

http://www.gschwandner.at/

Rund 120 Jahre lang sorgte die Familie Gschwandner mit ungeheurer Begeisterung und Professionalität für Unterhaltung in Hernals. Einst war die nach ihnen benannte Gaststätte ein kleiner und unscheinbaren Wiener Familienheuriger, in dem Volksänger und Musiker wie die bekannten Schrammeln auftraten. Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Heurige mit seinem 1877 erbauten großen Saal zu einem der größten Wiener „Schanksalons“, der unter der Bezeichnung „Grand Etablissement Gschwandner“ als eine der lebendigsten Wiener Vergnügungsstätten in die Geschichte der Wiener Vororte einging.


Zahlreiche Um- und Neubauten der Räumlichkeiten machten die Transformation vom Heurigen zur „Unterhaltungsmaschinerie“ möglich: Konzerte, Wäschermädel- und Fiakerbälle, kinematographische Vorführungen, Gartenschauen und Boxkämpfe boten im Zeitalter vor der Einführung des Fernsehgerätes abwechslungsreiches und beliebtes Entertainment für alle Bevölkerungsschichten. Schon eine einfache überschlägige Rechnung ergibt, dass von der Entstehung des Gschwandner im Jahre 1838 bis zu dessen Schließung 1960 wohl mehrere Millionen Gäste die Salons der Familie Gschwandner besucht haben müssen.



Annoncen, Plakate, Flugblätter, Zeitungsberichte, dem Gschwandner gewidmete Lieder und Gedichte und nicht zuletzt Mundpropaganda machten das Gschwandner über die Bezirksgrenzen hinweg in ganz Wien bekannt. Bedeutende Größen wie Ferdinand Sauter, die legendäre „Fiakermili“, Bürgermeister Lueger sowie die Komponisten, Sänger und Schauspieler Hermann Leopoldi, das „Lercherl von Hernals“ Betty Fischer, Fritz Muliar, Heinz Conrads und Pirron & Knapp gingen hier ein und aus. Gerade die Synthese von ausgelassener Unterhaltungskultur der Vorstadt und der distinguierten Vergnügungskultur des Wiener Großbürgertums und Adels machte das Gschwandner so einzigartig, so unverwechselbar Wienerisch.