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Theater

Yerma

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Showtimes

Tragische Dichtung in drei Akten von Federico García Lorca / Erstaufführung der Neuübersetzung / Neuübersetzung aus dem Spanischen für das Stadttheater Klagenfurt von Alia Luque, Silja Bächli und Hans Mrak.

Wie kann man zu sich selbst finden in einer von männlichen Zwängen geprägten, katholisch-provinziellen Gesellschaft, in der Menschen unfrei sind, weil sie von den Blicken der anderen abhängen?

Der Name der Titelheldin bedeutet im Spanischen »Brache«, »unbebautes Feld«. Genau so empfindet sich die Bäuerin Yerma. Sie will fruchtbar werden, sie will ein Kind. Ihr Mann Hans dagegen, ein reicher Schafzüchter, will kein Kind, sondern immer noch reicher werden. Yerma soll »ehrbar« bleiben, bewacht von seinen beiden unverheirateten Schwestern, während er selbst die Nächte auf seinen Feldern verbringt. Yerma will schwanger werden, aber – der katholischen Unauflösbarkeit der Ehe wegen – nicht durch einen anderen Mann: den Freund aus Kindertagen, Viktor. Am Ende tötet sie Hans in dem Moment, in dem er nach ihr greift – und somit ihre einzige Möglichkeit, Mutter zu sein: »Ja, mein Kind habe ich getötet.«

In Federico García Lorcas tragischer Dichtung, 1934 geschrieben, schauen wir durch die Augen einer radikalen Frauenfigur auf die zunehmend entgleisende Geschichte eines Paares in einer zerstörerischen und lustfeindlichen Welt. Yermas unbedingter Wille zur Selbstbestimmung findet Ausdruck in scheinbaren Alltagsdialogen, die eigentlich poetisch hoch verdichtete Monologe, Duette, Terzette sind.

Die spanische Regisseurin Alia Luque, die u. a. am Burgtheater, am Schauspiel Stuttgart, am Landestheater Niederösterreich, am Thalia Theater Hamburg oder am Badischen Staatstheater Karlsruhe inszeniert hat, übersetzt das Stück neu und speziell für Kärnten.