© MAK/Christian Mendez

Ausstellungen Wien

Floral, feminin und fun: Neue Modeausstellung im MAK

Die MAK-Reihe (Con)temporary Fashion Showcase geht in die sechste Runde. Diesmal treffen in der Dependance Geymüllerschlössel verspielte und florale Modedesigns von Florentina Leitner auf historisches Ambiente und biedermeierliche Ausstattungskunst. In der von Lara Steinhäußer kuratierten Ausstellung stehen Stücke aus Leitners Kollektionen sowie ihre aktuellen Fashion-Filme im Kontrast zu den Alt-Wiener Uhren Franz Sobeks. "Ein Dialog", so MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein.

"Ich habe die drei F's: feminin, floral und fun."

Das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Modepositionen und historischer Ausstattung begründet Hollein damit, dass "die unterschiedlichen Stränge in Koexistenz ihr jeweiliges Publikum füreinander interessieren" sollen. Leitners Zugang sei von Zitaten und dem Spiel mit klassischer Kunst sowie Inspiration durch zeitgenössischen und historischen Film geprägt, sagt Kuratorin Steinhäußer. "Mir ist es immer wichtig, eine Geschichte zu erzählen, von Geschichte inspiriert zu werden und sie in meine Welt zu bringen", stellte die Künstlerin ihre Ausstellung in einer Presseführung am Freitag vor: Designs aus den letzten vier Jahren, fünf Fashion-Filme, zehn Räume.

"Ich habe die drei F's: feminin, floral und fun. Die Kleidung ist immer sehr weiblich und quirky mit lustigeren Elementen in den Kollektionen", so Leitner. Und "quirky" ist die Ausstellung allemal - so finden sich in den Räumlichkeiten unter anderem eine Modepuppe auf einer Drehscheibe (Inspirationsquellen: Op Art, Hitchcocks "Vertigo") und eine von Alt-Wiener Uhren umgebene Puppe in einer grünen Fake-Fur-Jacke und -Schlapfen, deren Haare an Luftballons befestigt zum Schweben gebracht wurden. Letztere Puppe präsentiert Elemente der Kollektion "Jeanne". Die grüne Farbe sei eine positive "Wiederauferstehungssymbolik", das "neue Blühen und Grünen" nach einem von Hexenverbrennungen des Mittelalters inspirierten Feuer, wobei Leitner die Hexen als überlebende und starke Frauen porträtieren wolle. Dies zeigt auch einer der fünf Fashion-Filme.

Rahmenprogramm mit Workshops, Führungen und Vintage-Markt 

Neben Leitners verspielten Elementen finden auch "düstere, mysteriöse" Inspirationen Eingang in ihr Werk. Diese werden unter anderem im Raum neben der Terrasse mit Ausblick über den Schlossgarten präsentiert. Den italienischen Film "Suspiria" und Erwin Wurms "Fat Car" nennt die Künstlerin als Einflüsse für das Design "Blue Dress with Big Puffy Flower" aus der Kollektion "Der Zauberberg".

Leitner bemüht sich in ihren Designs um Tierfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Bei den Kunstfellen und -pelzen setze sie auf Dead-Stock-Produktionen, dabei handle es sich um die Verwertung von nicht mehr gebrauchten und aufgekauften Materialien größerer Firmen. Die Brillen seien aus vollständig recyceltem Material, die Blumensträuße der "Der Zauberberg"-Kollektion seien aus Plastiksackerln und Schraubverschlüssen. "We make treasures out of trash", so die Künstlerin im Gespräch mit der APA. Besuchende können diese Art des Schaffens selbst ausprobieren, denn begleitend zur Ausstellung findet ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Workshops, Führungen und Vintage-Markt statt.

Nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit den Kunstschaffenden Alma Bektas (florale Skulptur im Eingangsbereich), Sophia Stolz (Perücken) und Nil Stranzinger (Make-up) sowie Kollaborationen wie jene mit dem österreichischen Traditionsunternehmen Mühlbauer Hutmanufaktur machen Leitners Zugang zum (Con)temporary Fashion Showcase zu einem echten Hingucker.

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