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Ganslessen in Wien: Hier lässt es sich zu Martini schmausen

Es ist mal wieder soweit: Wenn der November naht, machen sich auch die heimischen Restaurants für den traditionellen Martinischmaus rund um den 11.11. bereit. Aber woher kommt eigentlich dieser Brauch?

Die Martinsgans wird am Martinstag gegessen, dem Ehrentag des christlichen Heiligen Martin von Tours. Dieser soll sich noch als Mönch der Legende nach in seiner Bescheidenheit in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof geweiht werden sollte. Aber das laute Geschnatter der Gänse verriet seinen Aufenthaltsort und er wurde entdeckt. Seit dem gilt der Bischof Martin von Tours als Schutzpatron der Gänsezucht. Dass die Gänse heutzutage davon vielleicht wenig haben, ist eine andere Geschichte ...

Wenn es Fleisch sein soll, dann ...

Jedes Jahr landen rund um Martini etwa 250.000 Gänse auf den österreichischen Festtagstischen. Leider stammen nicht alle aus artgerechter Haltung – Gansl ist eine nicht unumstrittene Delikatesse. Wer also nicht nur Wert auf Geschmack, sondern auch auf Qualität und möglichst geringes Tierleid legt, sollte auf folgende Dinge achten:

Keine Gans aus dem Ausland kaufen: Im Ausland sind Stopfgänse teilweise leider noch Usus. Obwohl das so genannte "Stopfen" – sprich die Zwangsernährung – von Gänsen und Enten in Österreich längst untersagt ist, kann diese qualvolle Methode bei importierten Tieren noch angewandt worden sein. Das heißt, dass die Vögel mehrmals täglich mit einem mit Fett angereicherten Maisbrei zwangsernährt wurden. Die Menge wird dabei gesteigert und liegt am Ende bei mehr als dem Doppelten als zu Beginn. Gleichzeitig vergrößert sich die Leber auf das bis zu Zehnfache. 

Besser Bio: Das alles kann vermieden werden, wenn man bewusster einkauft. Also: Wenn schon Ganslessen, dann am besten eine heimische Biogans aus Weidehaltung. In kontrollierten Biobetrieben sind die Haltungsbedingungen nämlich deutlich besser. Nebenbei unterstützt man so auch Betriebe aus Österreich.

In Lokalen auf Qualitätssiegel achten: Auch bei Lokalen kann man sich im Vorfeld erkundigen, beziehungsweise weisen viele Restaurants deutlich auf die Qualität hin, etwa durch die „Natürlich gut essen“-Auszeichnung: Bei diesem Programm von OekoBusiness Wien werden Gastronomiebetriebe beraten und dann in Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet – je nachdem, wie gut sie die Bio- und Nachhaltigkeitskriterien umgesetzt haben.

Ganslessen in Wien: Restaurant-Empfehlungen

In Wien bieten zahlreiche Lokale spezielle Menüs rund um die Martinizeit an. Um bei der Entscheidung zu helfen, habe wir für euch unsere Favoriten herausgepickt. Mahlzeit!

Lindbergh

Das Lindbergh mitten in Wien-Penzing bietet traditionelle österreichische Küche mit viel Liebe zum Detaill. Zu Martini wird von 18. Oktober bis 20 November Gansl mit Rotkraut, Erdäpfelknödel und glasierten Maroni aufgetischt. Abholung ist ebenfalls möglich.

Linzer Str. 179, 1140 Wien. Tel.: 01 4164335

Fromme Helene

Nicht nur der Name ist freundlich und ansprechend, auch das Ambiente des Lokals in der Josefadt lädt zum Verweilen ein und das seit fast 50 Jahren. Inhaber Michael Vogel betreibt das Lokal nun schon seit über 20 Jahren (Funfact: Sein Vater, der Schauspieler Peter Vogel, wurde als erster Kottan in der Serie "Kottan ermittelt" bekannt), seine Liebe zum Theater ist überall sichtbar. Gebratenes Gansl mit Rotkraut und vielem mehr wartet hier als Herbst-Schmankerl.

Josefstädter Str. 15, 1080 Wien, Tel.: 01 4069144

Ulrich

Auch im Ulrich sind von 22. Oktober bis 15. November Ganslwochen angesagt. Das beliebte Lokal mitten im 7. Bezirk serviert Mostviertler Weidegans vom Meierhof. Dazu passt ein Cocktail aus der umfangreichen Karte wunderbar.

Sankt-Ulrichs-Platz 1, 1070 Wien, Tel.: 01 9612782

Handwerk Restaurant

Küchenchef Christoph Stiglitz und seiner Truppe im Handwerk tischen auch heuer wieder köstliches Bio-Gansl auf. Und das sogar noch bis 30. November. Zur Rundum-Gönnung gibt es das 5-Gang-Ganslmenü um 47,00 Euro pro Person.

Neubaugürtel 34-36, 1070 Wien, Tel.: 01 52165840

 

Kolariks Luftburg

Österreichische Küche in Bio-Qualität: In Kolariks Luftburg kommt nur das Gansl aus Bioqualität auf den Tisch. Der große Praterbetrieb bereitet alle Speisen 100 Prozent Bio zu. Zu Martini gibt es Waldviertler Weidegänse aus kontrollierter und artgerechter Haltung.

Waldsteingartenstraße 128, 1020 Wien, Tel.: 01 7294999

Heuriger Helmut Krenek

Der Heurige Krenek gehört zu den Wiener "Weidegans-Gansl-Pionieren" und bietet von 29. Oktober bis 28. November Mostviertler Weidegänse an. Reservierung dringend empfohlen!

Stammersdf. Kellerg. 131, 1210 Wien, Tel.: 01 2948420

Weinhaus Arlt

Eine Wiener Traditionsgastwirtschaft seit 1898. Und das Beste: Schon seit 2019 wird das Weinhaus Arlt als reiner Bio-Betrieb geführt. Das gilt auch für das Angebot in den Gansl-Wochen, von 21. Oktober bis 21. November.

Kainzgasse 17, 1170 Wien, Tel.: 01 4806489

 

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