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Was ist los in Graz

Unheimliche Orte in Graz & Umgebung: Lost Places, Bunker und mehr

Pittoresk und trotzdem modern: Die steirische Landeshauptstadt wird zurecht für ihre Qualitäten als Großstadt mit dem Herz einer Kleinstadt geliebt. Es handelt sich um einen belebten, durch StudentInnen und SchülerInnen junggebliebenen Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten sowie einem reichen Kulturbereich.

Doch neben all den sonnigen Seiten muss es immer auch Schatten geben – unheimliche Plätze, die faszinierend und gleichzeitig mysteriös sind. Die Rede ist von Lost Places, also geschichtsträchtigen Schauplätzen, die mittlerweile verwahrlost sind, von zurückgelassenen Bunkern, von einem Gefängnis und natürlich dem Friedhof.

Wer ein Faible für das Düstere und Gruselige hat, sollte diesen Orten in Graz und Umgebung mal einen Besuch abstatten.

Grazer Zentralfriedhof

Obwohl er bei weitem nicht so bekannt ist wie das Wiener Pendant, strahlt auch der Grazer Zentralfriedhof die entsprechende Würde aus. Die roten Backsteinwände sowie -gebäude, das große Tor und die beeindruckende Kirche zum Gekreuzigten Heiland: Schon nach Betreten des Geländes fühlt man sich durch und durch besinnlich. Und an einem herbstlichen Abend stellt sich auch schon mal eine unheimliche Stimmung ein.

Sessellift Plabutsch: Talstation

Aus dem Grazer Bezirk Gösting konnte man in früheren Tagen mit einem Sessellift auf den angrenzenden Berg, den Plabutsch, hinauffahren. Schon in den 1960er-Jahren begann jedoch der Rückgang an FahrgästInnen. Viele Jahre ging es hin und her: Mal transportierte der Lift Personen, dann wieder Lasten oder wurde sogar ganz abgestellt. In den 1980ern wurde die Infrastruktur schließlich ganz abgebaut – mit Ausnahme der Talstation, die dem Verfall überlassen wurde und nun ein beliebter Lost Place ist.

Jungfernsprung bei der Burgruine Gösting

Wenn wir schon in Gösting sind, sollte man der Burgruine einen Besuch abstatten – selbst der Aufstieg durch den Wald lohnt sich (besonders im Herbst!). Ab 26 Oktober 2022 kann das Innere der Ruine übrigens endlich wieder besichtigt werden. Doch der unheimliche Ort, der sogenannte Jungfernsprung, befindet sich außerhalb der Burgmauern.

Es handelt sich dabei um einen Felsen, der über den steilen Abgrund hinausragt. Man sagt, dass sich einst das Burgfräulein Anna hier herunter stürzte, nachdem ihr geliebter Ritter Heinrich im Kampf seinen Kopf verloren hatte. Um Mitternacht soll deshalb eine weiße Frauengestalt am Felsen erscheinen, dreimal hinuntersehen und dann in der Burgkapelle verschwinden.

"Bunker" in Mariatrost

Die Basilika Mariatrost thront über dem idyllischen Grazer Bezirk, in den es die GrazerInnen zieht, wenn sie Lust auf Natur haben. Neben den bekannten Wegen gibt es aber auch die Routen der "Einheimischen". Diese benutzen sie für einen schnellen Spaziergang mit schöner Aussicht – und mit Bunkern im Wald! 

Wobei es fragwürdig ist, ob es sich um “echte” Bunker aus kriegerischen Tagen handelt. Viel eher könnten die Betonhäuschen alte Wasserpumpstationen sein. Trotzdem haben die kleinen, heruntergekommenen Gebäude eine faszinierend unheimliche Ausstrahlung. 

Wer bei der Tramstation Tannhof den Weg in Richtung Basilika/Roseggerweg einschlägt und dann am Waldrand entlang spaziert, kann jenen “Bunker” nicht verfehlen, der noch am besten erhalten ist.

Im steirischen Dobl-Zwaring befinden sich zwei ganz besondere Bauwerke: die Sendeanlage Dobl und mit 156 Metern die höchste Konstruktion der Steiermark, der dazugehörige Sendemast. Die Anlage war 1941 von den Nationalsozialisten als “Sendeanlage Alpen” errichtet worden und konnte bis ans Schwarze Meer ausstrahlen. Die Tarnung gelang, denn immer noch kann man dem Gebäude aus der Ferne nicht ansehen, für was es ursprünglich verwendet wurde. Vielmehr ähnelte die Anlage einem Gutshaus mit Silos und auch der Mast war in Kriegstagen so gestrichen, dass er aus der Ferne wie ein hoher Baum wirkte.

Heute ist die denkmalgeschützte Anlage dank einem engagierten Verein wieder begehbar. Wer Lust auf eine Besichtigung hat, kann eine Führung unter dieser Nummer organisieren: 0664/4005124.

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Anne-Marie Darok

Anne-Marie Darok

Seit 2021 bei events.at, aber schon seit Geburt begeistert für alles, wo Kultur draufsteht. Wahlwienerin aus Leidenschaft mit Insidertipps in jeder Hosentasche. Ja, Freizeitstress gibt es wirklich!

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