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Was ist los in Wien

Nachhaltigkeit fördern: Kunstakademie veranstaltet Klimaaktionstag

Klimakrise und Kunst - wie passt das zusammen? Sehr gut, meint Johan F. Hartle, Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien: "Veränderung ist das Wesensmerkmal der Avantgarde." Während der "Klima Aktion Oktober" denkt man über Veränderungen im Uni-Betrieb nach, über Ressourcenschonung und größeres ökologischen Bewusstsein. Am Mittwoch (19., ab 10 Uhr) bezieht man im Rahmen eines Aktionstags die Öffentlichkeit mit ein - für Vorträge, Diskussionen und gemeinsames Handeln.

Für Hartle ist die Auseinandersetzung mit Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes eine gesamtgesellschaftliche Überlebensfrage. "Doch unser spezifischer Zugang kommt über die Kunst." Abstraktion, Reduktion und Minimalismus hätten bei der Suche nach gestalterischen Grundprinzipien ebenso eine lange Geschichte wie der Versuch, Kunst in die Lebenspraxis zu integrieren: "Die unmittelbare Bedrohung durch die Klimakatastrophe verleiht beidem, der Figur der Reduktion sowie deren Überführung in den gelebten Alltag, eine neue Drastik - insbesondere für eine Institution, die ihrer zentralen Bestimmung nach darauf gerichtet ist, künftigen Generationen eine qualifizierte Zukunft zu eröffnen und diese auch aktiv mitzugestalten."

Viele Programmpunkte am Mittwoch setzen daher im Kleinen an. Vor dem Akademiegebäude entsteht in Form einer kollektiv gestalteten Kreidezeichnung "The Bigger Picture", es gibt ein Care & Repair-Café, eine Solarküche, eine Fahrradwerkstatt, aber auch eine Gruppenausstellung im Exhibit Studio ("What's another word for holding together?"), selbstverständlich mit "wiederverwerteten Ausstellungsdisplays". "Dieser Ansatz ist ein gutes Beispiel für nachhaltiges Denken auch in der Ausstellungsproduktion, das über kurz oder lang in allen Ausstellungshäusern und Museen diskutiert und umgesetzt werden muss", erläutert Ingeborg Erhart, Vizerektorin für Kunst und Lehre, und betont in der Ankündigung, dass "Nachhaltigkeit im Sinne des Klimaschutzes, aber auch im Sinne guter Arbeitsbedingungen essenziell im Bereich der Lehre und der Ausstellungspraxis" ist.

Kunstinterventionen zum Thema Klima

Auf das große wirtschaftliche und gesellschaftliche Ganze zielen an diesem Aktionstag, der um 14 Uhr mit einer Rede des Rektorats (Johan F. Hartle, Ingeborg Erhart und Werner Skvara) eröffnet wird und sich auch auf die Eschenbachgasse und den Secessionsgarten erstreckt, u.a. die Paneldiskussion "Mob.Mobility" (14.30 Uhr), wo der Politikwissenschafter Alexander Behr (Uni Wien), die Kommunal- und Regionalentwicklungsexpertin Nina Svanda (TU Wien) und die Architektin Lisa Schmidt-Colinet (Akademie) über Klimamigration, Energiewende und die Inbesitznahme des öffentlichen Raums sprechen. Um 16 Uhr geht es in einem von der ÖH organisierten Panel mit Gästen von Artists for Future und Museums for Future um die Frage "Wie beeinflusst die Klimakrise Kunst und Kunstproduktion?".

Anstelle des nach Protesten gegen seine Position zur Israel-Palästina-Frage abgesagten Vortrags des radikalen schwedischen Klimaaktivisten Andreas Malm diskutieren um 18.15 Uhr die Künstlerin Katrin Hornek und der Künstler Oliver Ressler mit Erhart und Teilnehmern des Aktionstages unter dem Titel "Wider den fossilen Kapitalismus!" über "Perspektiven zeitgenössischer künstlerischer Interventionen zur Klimakrise".

Wie beide aussehen können, die Klimakrise und die Kunstinterventionen, zeigt von 13 bis 17 Uhr die "Klima-Zeitmaschine": Während die Kabine auf die für das jeweils gewählte Jahr von Scientists For Future prognostizierte Höchsttemperatur aufgeheizt wird, begegnet man mittels VR-Brille auch visuell einer möglichen Zukunft.

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