© Bettina Frenzel / Kosmos Theater

Theater Österreich

Bühne frei: Theater-Premieren im Februar

Der Februar gibt sich auf den heimischen Bühnen bunt: Während das Burgtheater aus Thomas Bernhards "Heldenplatz" ein Großereignis macht, setzt im Akademietheater Ulrich Rasche Goethes "Iphigenie" in Szene.

Glamouröse Kaiserin im Rabenhof

Conchita Wurst nimmt in "Luziwuzi - Ich bin die Kaiserin" im Rabenhof royale Züge an. Erfolgsregisseurin Ruth Brauer-Kvam widmet sich der Geschichte von Erzherzog Ludwig Viktor, der als "schrägster Habsburger" gilt. Das außergewöhnliche Ensemble wird von Tom Neuwirth aka Conchita Wurst angeführt, der hier sein Theaterdebüt feiert. Auf das Publikum wartet jedenfalls ein musikalisch-theatraler Abend zwischen ausschweifendem Glamour und herzergreifender Tragik.

Die vielseitigen Facetten der Mutterschaft

"Wollen wir noch Mütter werden?" Diesen und anderen Fragen rund um alternative Lebensentwürfe stellt sich das österreichische Performancekollektiv Das Planeten Prinzip am 3. Februar bei der Wienpremiere von "Who Wants To Be The Mum" im Theater am Werk Petersplatz

Im Burgtheater Vestibül widmet sich Leonie Lorena Wyss in ihrem Gewinnertext des Retzhofer Dramatikerpreises dem "Muttertier": Am Krankenbett der Mutter erinnern sich drei Geschwister an ihre Kindheit. "In einer hier männerlosen Welt steht die Frau als Mutter im Zentrum", heißt es in der Ankündigung zur Uraufführung. "Behutsam werden die Erwartungshaltungen, Überforderungen und Abhängigkeiten beleuchtet, die mit dieser Aufgabe einhergehen, damals wie heute." Premiere ist am 10. Februar.

"Alles für Mama" heißt es am selben Abend in der Komödie am Kai, wo Stefan Vögels Gaunerkomödie rund um drei Brüder, die Gerechtigkeit für ihre Mutter suchen, auf dem Programm steht.

Grillparzers "Medea" beschließt die Muttertage schließlich am 21. Februar in den Kasematten Wiener Neustadt, wo die berühmteste Kindsmörderin der griechischen Mythologie im Zentrum steht.

Medien- und Gesellschaftskritik auf der Bühne

Das Imperium hinter dem bekannten TV-Format "Keeping Up with the Kardashians" rund um Kim & Co. hat Thomas Köck und Mateja Meded dazu inspiriert, über die Herrschaft von Penthesilea mit ihren Amazonen nachzudenken: Während die Männer dort nur zur Reproduktion geduldet und danach schnell aussortiert wurden, sehen die beiden Parallelen zu Kris Jenner und ihren Töchtern, die "über das Reich der Selbstvermarktung und des Product Placements" herrschen, während deren Männer "auch hier nur als Baby Daddys im Hintergrund der perfekt inszenierten Ikonen" taugen. 

Im Zentrum steht dabei die Frage: "Wie viel Pink- und Greenwashing verträgt der Feminismus und wo hört Frauen*solidarität auf?" Die Inszenierung von "Keeping Up with the Penthesileas" besorgt mit Anna Marboe einer der Regiesterne am heimischen Nachwuchshimmel, Premiere ist am 13. Februar im Kosmos Theater.

Ebenfalls zum ersten Mal in Österreich auf der Bühne zu sehen ist am 23. Februar die Bühnenadaption von Sasha Marianna Salzmanns Roman "Im Menschen muss alles herrlich sein", die Mirja Biel im Theater am Werk Kabelwerk inszeniert. In ihrem Text erzählt die Autorin vom "Zerfall politischer Systeme, von der Zeit der Perestroika bis ins Deutschland der Gegenwart, und spürt der unauflöslichen Verstrickung der Generationen nach".

Mehr aktuelle Theater-Tipps für ganz Österreich gibt hier.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare